Zur Zucht stehen in Deutschland derzeit 14 verschiedene Hengste zur Verfügung. Des Weiteren hat der Züchter die Möglichkeit, über das Landgestüt Celle TG-Sperma von verschiedenen Freibergerhengsten aus der Schweiz zu beziehen.

Über das Nationalgestüt Avenches kann TG-Sperma von allen staatlichen Hengsten bezogen werden.
Bitte wenden Sie sich direkt an das Gestüt.

Durch die gelockerten Grenzbestimmungen besteht aber auch die Möglichkeit,
mit der Stute in die Schweiz zu reisen und sie dort 
decken zu lassen.
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen gerne unser Zuchtwart Otto Werst.

Informationen zu CLF (Caroli-Leberfibrose):

Pressemitteilung des SFZV November 2011
Information des SFZV Februar 2012
Kommentar unseres Zuchtwartes


Der "Freiberger Herold" ist unsere Vereinszeitschrift, die vierteljährlich erscheint und für unsere Mitglieder selbstverständlich kostenlos ist.

Als Nichtmitglied haben Sie die Möglichkeit, unseren Herold für 26,-- Euro p.a.

(Ausland 32,-- Euro p.a.) zu abonnieren. Als Online-Abo kostet er 12,-- Euro p.a.

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Geschichte und Verwandtschaft

 

Eine Pferderasse entsteht nicht durch Erlass oder Beschluss, sondern über einen langen Zeitraum. Irgendwann hat sie ihren Standard erreicht und wird dann von den Züchtern anerkannt und auf diesem Niveau gepflegt.
Die Wiege der Freiberger befindet sich im Hochplateau der Freiberge, an der nordwestlichen Grenze des Schweizer Jura. Auch der Name rührt daher: "Franche Montages" bedeutet Freie Berge, FM. Der Grundstein für eine bäuerliche Pferdezucht wurde vor zirka 500 Jahren gelegt, als sich die Zucht des Freibergers zu konsolidieren begann.

Anfänge


Die Anfänge der Zucht, schwere Schweizer Pferde, sind zu den Zeiten der Burgunder-Kriege zu suchen. Viele Pferde fielen den Bauern im westschweizerischen Kampfgebiet in die Hände. Auch Kaltblüter vom Typ der Ardenner und Comtois waren darunter. Erfolgreich züchtete man kräftige Arbeits- und Kavalleriepferde.
Es entstanden in der Schweiz verschiedene Schläge, so zum Beispiel: Der Seeländer, Prätigauer, Entlebucher, Oberländer und Einsiedelner Pferde.
Im 17. Jahrhundert waren diese Pferde im In- und Ausland sehr gefragt. Daraufhin wurde 1705 ein Gesetz zur Förderung ihrer Zucht erlassen, um durch den Verkauf der Tiere wieder Geld ins Land zu bekommen. Hauptabnehmer dieser Pferde war im 18. Jahrhundert Frankreich. 1714 kaufte die französische Regierung zehntausend Remonten (Nachwuchspferde) für die Armee Ludwig des XIV.

Großer Rückschlag


Der erste größere Rückschlag in der schweizerischen Pferdezucht erfolgte durch die Napoleonischen Kriege. Das Gestüt Einsiedeln wurde 1798 durch die Franzosen, die diesmal als Feinde kamen, ausgeraubt.
Weiterhin bestand nach 1825 kaum Bedarf an Zugpferden, vor allem für Frankreich, was wiederum ein Rückschlag für die Schweizer Zucht war. Mit der geringen Nachfrage ließ auch die Qualität nach.

Fortbestand


Um den Fortbestand dieser Pferde zu retten, wurde 1864 eine Fachkommission gegründet. Aus dieser ging später eine siebenköpfige eidgenössische Pferdezuchtkommission hervor. In den folgenden Jahrzehnten versuchte man zumindest die Kavallerie-Pferdezucht durch Ankauf von zumeist Hackneys,Vollblütern und Anglo-Normannen, zu beleben.
Den Bauern war das Produkt dieser Zuchtpolitik zu leicht. Die Bauernschaft wollte ein zugstarkes, kompaktes Arbeitstier. Somit wurden kurzfristig Ardenner, Bretonen, Comtois, Percherons und Shire-Horses importiert.

Durchbruch


Den Durchbruch der Freiberger Zucht erlangte man um die Jahrhundertwende, als man für das Hengst und Fohlendepot in Avenches, Beschäler im Zugpferdetyp aus dem Schweizer Jura ankaufte. Unter ihnen der 1891 in Saignelegier geborene Stammvater "Vaillant", der auf englisches und französisches Blut zurückgeht.
Ebenso der Mitbegründer "Imprévu", ein 1886 gezogener Anglo-Normanne. Die Kreuzungsresultate zwischen den Anglo-Normannen und den Jura-Stuten erwiesen sich als gut.

Reinzucht


Bereits ab 1910 wurde der kleinstämmige, robuste, mittelschwere Freiberger rein gezogen. Die Zahl der Freiberger ging im Zuge der Mechanisierung der Landwirtschaft nach Ende des zweiten Weltkrieges stark zurück.
Nach 1945 folgten Veredelungen mit "Uran" einem Anglo-Normannen, den Vollblutarabern "Shagya" und "Shagya l" sowie "Doktryner" und dem Schwedenhengst "Aladin" mit Trakehner-Abstammung.

Der Typ


Daraus resultierte der heute in einem mittelschweren und leichten Typ existierende Freiberger. Ebenso von Bedeutung ist der 1965 gezogene Fuchshengst "Alsacien". Ein Hengst aus der Anpaarung aus einer Freibergerstute mit dem Schwedenhengst "Aladin".
Besonders durch ihn wurde der moderne, elegante Freibergertyp erreicht.

Eigenschaften

Die wohl hervorstechendste Eigenschaft der Freiberger ist der gute Charakter und sein ruhiges, freundliches Wesen. Der Freiberger ist ein leistungsbereites und leistungsfähiges, vielseitig einsetzbares und belastbares Pferd, das für Reit-, Fahr-, Trag- und Zugzwecke jeder Art geeignet ist.Der Freiberger besitzt ein umgängliches, gleichzeitig einsatzfreudiges Wesen. Nervenstärke und Verläßlichkeit sowie ein gelassenes ausgeglichenes Temperament und Intelligenz machen einen guten Freiberger aus.

Merkmale


Der Freiberger ist ein frühreifes, genügsames und leichtfuttriges Pferd. Die raumgreifenden Grundgangarten sind taktmäßig, elastisch und trittsicher.
Trotz seines Kalibers präsentiert sich der Freiberger schwungvoll leichtfüßig und mit natürlicher Aufrichtung und Balance in seinen Bewegungen.
Weitere äußere Merkmale sind ein gut aufgesetzter Hals mit genügend Ganaschenfreiheit, ein ausgeprägter Widerrist mit guter Sattellage, eine lange schräge Schulter sowie eine breite tiefe Brust.Erwünscht sind: Ein trockenes Fundament mit korrekten, großen, tief angesetzten Gelenken, korrekte Gliedmaßenstellung mit mittellangen Fesseln und wohlgeformten Hufen.
Um auch seinem Ruf als hervorragender Gewichtsträger gerecht zu werden, verfügt der Freiberger über einen gut bemuskelten und tragfähigen Rücken, eine kräftig bemuskelte lange, leicht geneigte Kruppe und eine harmonische Rumpfaufteilung.
Freiberger zeichnen sich durch eine sehr robuste Gesundheit aus, haben ein hohes Regenerationsvermögen und sind fruchtbar.

Verwendungsmöglichkeiten

Nicht nur in der Schweiz, auch in Deutschland wird der Freiberger durch seine vielfältige Einsatzmöglichkeit immer beliebter. Nicht nur als Familien- und Freizeitpferd, sondern auch im Sport. Ein Freiberger ist ohne weiteres in der Lage, ein E-Springen oder auch eine A-Dressur zu bewältigen. Ebenso ist er als Fahr,- Distanz-, oder Wanderreitpferd geeignet und erfreut sich im Westernreitsport zunehmender Beliebtheit. Immer mehr Freiberger werden als Therapiepferd im Behindertensport erfolgreich eingesetzt. Geeignet ist der Freiberger als Zug- und Lastentier, das bestätigt seinen Einsatz im Fahrsport und in der Land- und Forstwirtschaft sowie beim Militär in der Schweizer Armee.Lasten bis zu 150 Kilogramm müssen vom Freiberger auf schmalen Pfaden und Geröllhalden transportiert werden.



Zuchtziele


Der Freiberger soll ein ausdrucksvolles, mittelrahmiges, korrektes, leistungsstarkes, umgängliches und rassetypisches Pferd sein. Bei den Bewegungen wird Wert auf Schwung, Elastizität und Korrektheit der Bewegungen und Trittsicherheit der Gänge gelegt.Der typische Freiberger soll ein edles, harmonisches, mittelrahmiges Pferd sein, das durch einen ausdrucksvollen Kopf, große ruhige Augen und eine gut geformte Halsung besticht. Als leichtes Kaltblut soll er eine kräftige Bemuskelung sowie klare und korrekte Gliedmaßen besitzen.

Neues Zuchtprogramm

In der Freibergerzucht ist ein unharmonisches Erscheinungsbild wie zum Beispiel ein zu schwerer oder zu leichter Typ, ein grober Kopf, ein zu kurzer Hals mit ungenügender Ganaschenfreiheit, eine kurze steile Schulter, verschwommene Konturen, schwammige Gelenke ebenso abzulehnen wie bei Zuchttieren ein fehlender Geschlechtsausdruck.
Im Dezember 1997 wurde ein neues Zuchtprogramm und eine Herdebuchordnung für Freiberger verabschiedet, die zum 1.1.1998 in Kraft getreten sind. Danach dürfen keine Fremdrassen mit dem Freiberger gekreuzt werden. Mit Hilfe dieser Reinzucht sollen die neu gesteckten Zuchtziele durch Selektion erreicht werden.

Fazit

Der Freiberger ist der letzte Vertreter der leichten Zugpferderassen Westeuropas. 

Ein Allrounder unter den Kaltblütern, der durch seine Vielseitigkeit, sein harmonisches Erscheinungsbild und sein freundliches, menschenbezogenes Wesen sowie einwandfreien Charakter beeindruckt.

Ein Pferd für all diejenigen, die einen treuen und zuverlässigen Kameraden suchen.


© 2016 Förderverein Freiberger Pferde e.V.



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